Gebrauchtwagen-Check-Anbieter im Vergleich: kostenlose Quellen gegen bezahlte Historienberichte in Deutschland
In Deutschland gibt es keine öffentliche Datenbank, in der ein Kaufinteressent die Historie eines fremden Autos abfragen kann: Die KBA-Rückrufdatenbank ist kostenlos und öffentlich, arbeitet aber auf Marken- und Modellebene, und die bei jeder Hauptuntersuchung abgelesenen Kilometerstände speichert das Kraftfahrt-Bundesamt zwar seit Mai 2018 zentral, online herausgeben lässt sich davon aber nur die Eigenauskunft des Halters. Bezahlte Historienberichte wie carVertical und autoDNA füllen diese Lücke mit privaten Datensammlungen: carVertical beschreibt seinen Bericht mit Schadenshistorie, Laufleistungsprüfung, Fotos und Marktpreis aus nach eigenen Angaben über 1000 Datenquellen in mehr als 45 Ländern, autoDNA verkauft den vollständigen Bericht für 24,99 Euro und nennt darin unter anderem erfasste Schäden, Kilometerstände und die Anzahl der Vorbesitzer. Was kein Datenbericht ersetzt, ist die physische Prüfung des Autos selbst; dafür gibt es die Gebrauchtwagenchecks von DEKRA und TÜV. Plateop arbeitet in Deutschland mit deinen eigenen Angaben plus einem Rückruf-Abgleich auf Modellebene und sieht weder HU-Historie noch Kilometerreihe, für einmalig 4,95 Euro.
Von Plateop Research
Deutschland hat keine öffentliche Datenbank, in der du als Kaufinteressent die Historie eines fremden Autos nachschlagen kannst. Kostenlos gibt es vor allem zwei Dinge: die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes, die auf Marken- und Modellebene arbeitet, und die HU-Berichte, die allerdings beim Verkäufer liegen, nicht in einem Register. Die bei jeder Hauptuntersuchung abgelesenen Kilometerstände speichert das KBA zwar seit Mai 2018 zentral, abrufen kann sie online aber nur der Halter für seine eigenen Fahrzeuge. In diese Lücke verkaufen private Anbieter wie carVertical und autoDNA Historienberichte aus eigenen Datensammlungen, und DEKRA und TÜV bieten als drittes Modell die physische Untersuchung des Autos an. Keiner dieser Wege zeigt alles; dieser Vergleich geht sie der Reihe nach durch.
Gilt für: Deutschland, Prüfung eines Gebrauchtwagens vor dem Kauf. Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt (kba.de), carVertical (carvertical.com), autoDNA (autodna.de), DEKRA (dekra.de), TÜV NORD (tuev-nord.de), jeweils direkt eingesehen. Stand: August 2026. Wichtigste Einschränkung: Jede dieser Datenbanken, bezahlt oder kostenlos, kennt nur, was tatsächlich an sie gemeldet wurde. Die Angaben zu Berichtsinhalten und Preisen der kommerziellen Anbieter stammen aus deren eigenen Produktbeschreibungen, nicht aus einem unabhängigen Audit.
Was in Deutschland kostenlos ist
Die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes ist öffentlich und kostenlos erreichbar. Sie enthält sukzessive seit dem 1. Mai 2004 erfasste Rückrufaktionen, durchsuchbar nach Hersteller und Modell, nicht nach Fahrgestellnummer. Das KBA schreibt selbst dazu, dass die Datenbank nicht alle Maßnahmen der Hersteller umfasst und dass ein Fahrzeug, das in den angegebenen Bauzeitraum fällt, nicht unbedingt betroffen sein muss; ob an einem konkreten Auto noch etwas offen ist, klärt eine autorisierte Werkstatt des Herstellers. Wie du damit im Detail arbeitest, steht in unserem Leitfaden zur KBA-Rückrufprüfung.
Die zweite kostenlose Quelle ist Papier: die Untersuchungsberichte der Hauptuntersuchung, die der Halter nach jeder Prüfung bekommt. Ein lückenloser Berichtsstapel liefert Kilometerreihe und Mängelverlauf, aber eben nur, wenn der Verkäufer ihn aufgehoben hat und vorlegt. Was jeder einzelne Bericht belegt und was nicht, erklärt unser Leitfaden zur HU-Historie.
Und dann ist da die Lücke, die den deutschen Markt von manchen Nachbarländern unterscheidet: Eine öffentliche Kilometerdatenbank gibt es nicht. Die bei der HU abgelesenen Kilometerstände werden seit dem 20. Mai 2018 verpflichtend an das Zentrale Fahrzeugregister beim KBA gemeldet, die Daten liegen also zentral vor. Herausgeben lässt sich davon im Online-Weg aber nur die Eigenauskunft, also die Daten zu den eigenen Fahrzeugen. Als Kaufinteressent kannst du die Kilometerhistorie eines fremden Autos dort nicht abfragen. Warum das Tachobetrug begünstigt und wie du trotzdem gegenprüfst, steht in unserem Leitfaden zur Tachomanipulation in Deutschland.
Was carVertical laut eigener Beschreibung bietet
carVertical erstellt Historienberichte nach Eingabe der 17-stelligen FIN oder des Kfz-Kennzeichens. Der Bericht enthält laut der deutschen Produktseite Schadensdaten mit Zeitpunkt und Ort, eine Laufleistungsprüfung gegen erfasste Kilometerstände, technische Daten und Ausstattung, einen Marktpreis, Sicherheitsbewertungen, das Risiko durch Naturkatastrophen und, falls verfügbar, detaillierte Fotos vom Fahrzeugäußeren. Zur Datenbasis nennt das Unternehmen selbst über 1000 verifizierte Datenquellen in mehr als 45 Ländern. Das sind Angaben des Anbieters über sein eigenes Produkt; unabhängig prüfen lässt sich von außen weder die Quellenliste noch, wie viel davon ein konkretes deutsches Auto tatsächlich abdeckt. Einen festen Preis nennt die deutsche Seite außerhalb des Bestellvorgangs nicht (Stand August 2026), weshalb wir hier keinen angeben.
Was autoDNA laut eigener Beschreibung bietet
autoDNA arbeitet zweistufig: Die Eingabe der VIN ist kostenlos und zeigt, ob und wie viele Daten vorliegen; der vollständige Bericht kostet danach 24,99 Euro und steht online als PDF bereit. Er kann laut Anbieter je nach Fahrzeug erfasste Schäden, Servicedaten, die Anzahl der Vorbesitzer, die Regionen früherer Registrierungen, erfasste Kilometerstände, Servicekampagnen der Hersteller, Ausstattung und Archivfotos enthalten. Das Wort "kann" trägt hier Gewicht: Der Umfang hängt davon ab, was zu diesem einen Auto in den Quellen des Anbieters liegt, und genau das siehst du erst nach der Vorab-Prüfung.
Der gemeinsame blinde Fleck aller Datenberichte
Für beide Anbieter gilt dieselbe strukturelle Grenze wie für jede Fahrzeugdatenbank: Sie kennen nur, was gemeldet wurde. Ein Unfall, der ohne Versicherung und ohne dokumentierte Werkstattrechnung repariert wurde, hinterlässt nirgends eine Spur, und weil Deutschland keine öffentliche Quelle pro Fahrzeug hat, kannst du einen bezahlten Bericht auch nicht gegen ein amtliches Register gegenlesen, so wie es in Ländern mit offenen Fahrzeugdaten möglich ist. Ein leerer Bericht ist deshalb kein Beweis für ein sauberes Auto, sondern nur die Abwesenheit von Meldungen. Woran du versteckte Unfallschäden am Auto selbst erkennst, zeigt unser Leitfaden zum Erkennen von Unfallwagen.
Der physische Weg: DEKRA und TÜV
Die dritte Kategorie prüft nicht die Vergangenheit des Autos, sondern seinen Zustand heute. DEKRA bietet dafür einen modularen Gebrauchtwagencheck durch Kfz-Sachverständige an: einen Technik Check (unter anderem Bremsanlage, Lenkung, Fahrwerk und lichttechnische Einrichtungen, vergleichbar mit einer Hauptuntersuchung), einen Karosserie Check (Korrosion, Beulen, Reparaturspuren und Hinweise auf Altschäden) und einen System Check (OBD-Schnittstellenabfrage und Fehlerspeicheranalyse). Besteht ein Fahrzeug alle drei Module, erhält es das DEKRA Siegel für Gebrauchtfahrzeuge. TÜV NORD bietet mit dem AutoKaufCheck an seinen Stationen eine professionelle Prüfung vor dem Kauf an. Preise nennen beide Seiten nicht öffentlich (Stand August 2026); für Kosten und Terminbuchung verweisen sie auf die Prüfstandorte.
Ein solcher Check findet, was kein Datenbericht sehen kann: den tatsächlichen Zustand von Bremsen, Fahrwerk und Karosserie und frische Reparaturspuren. Was er nicht kann, ist in die dokumentierte Vergangenheit schauen; ein zurückgedrehter Tacho oder ein sauber reparierter Altschaden vor Jahren steht in keinem Fehlerspeicher.
Wo Plateop steht
Ein Plateop-Bericht für ein deutsches Auto arbeitet mit den Angaben, die du selbst eingibst, denn es gibt in Deutschland kein öffentliches Register, gegen das ein externer Dienst sie prüfen könnte; der Bericht sagt dir das auch so. Er gleicht Marke und Modell mit der europäischen Rückrufdatenbank EU Safety Gate ab, auf Modellebene, nicht pro FIN, und macht daraus eine Kaufanalyse mit einem klaren Urteil statt einem Datenwust. Was Plateop in Deutschland nicht sieht, ganz offen: keine HU-Prüfhistorie, keine Kilometerstand-Historie, keine Schadens- oder Vorbesitzerdaten. Für diese Lücken bleiben die HU-Berichte des Verkäufers, ein bezahlter Historienbericht oder der physische Check die richtigen Werkzeuge. Der Preis ist einmalig 4,95 Euro, ohne wiederkehrende Zahlung.
Die sinnvolle Reihenfolge
Fang mit dem an, was nichts kostet: Rückrufdatenbank des KBA für Marke und Modell, dann beim Verkäufer HU-Berichte und Serviceheft anfordern und die Kilometerreihe selbst nachrechnen. Einen bezahlten Historienbericht lohnt es vor allem zu erwägen, wenn die Papierspur Lücken hat oder das Auto aus dem Ausland kommt, denn dann ist eine private Datensammlung die einzige Chance auf dokumentierte Vergangenheit. Den physischen Check bei DEKRA oder TÜV hebst du dir für den Moment auf, in dem du ein konkretes Auto ernsthaft kaufen willst; er ist die teuerste Stufe und lohnt sich erst, wenn die günstigeren Stufen keine Ausschlussgründe geliefert haben. Ein Plateop-Bericht passt an den Anfang dieser Kette: als geordnetes Urteil über das Modell und die Angaben des Verkäufers, mit klarer Ansage, was damit geprüft ist und was nicht.
Was das für dich als Käufer bedeutet
Es gibt in Deutschland keinen einzelnen Check, der alles zeigt, weder gratis noch gegen Geld. Die kostenlosen Quellen decken Rückrufe auf Modellebene ab und, über die Papiere des Verkäufers, Kilometerreihe und Mängelverlauf. Bezahlte Historienberichte fügen private Schadens- und Kilometerdaten hinzu, deren Abdeckung pro Auto verschieden ist, und der physische Check beantwortet als einziger die Frage nach dem Zustand heute. Kombiniere die Stufen, statt eine davon für vollständig zu halten, und misstraue jedem Anbieter, der dir das Gegenteil verspricht. Prüfe jedes Auto, bevor du kaufst, auf plateop.com.
Quellen
- Kraftfahrt-Bundesamt - Rückrufdatenbank
- Kraftfahrt-Bundesamt - Erweiterung des Zentralen Fahrzeugregisters um die Daten der Hauptuntersuchung
- carVertical - Fahrzeughistorie prüfen (eigene Produktbeschreibung)
- autoDNA - Fahrzeughistorie per VIN prüfen (eigene Produktbeschreibung und Preis)
- DEKRA - Siegel für Gebrauchtfahrzeuge (Gebrauchtwagencheck in drei Modulen)
- TÜV NORD - AutoKaufCheck