Wie prüfst du KBA-Rückrufe bei einem Gebrauchtwagen?
Ob es für einen Fahrzeugtyp eine Rückrufaktion gibt, prüfst du in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes auf kba.de: Sie enthält Maßnahmen, die sukzessive seit dem 1. Mai 2004 erfasst wurden, mit Bauzeitraum und aktuellem Status, und lässt sich seit der Überarbeitung von 2025 auch nach mehreren Modellen gleichzeitig durchsuchen. Fahrgestellnummern sind dort nicht hinterlegt, deshalb kann die Datenbank nie sagen, ob ein bestimmtes Auto betroffen ist; das klären nur der Hersteller und seine Vertragswerkstätten anhand der 17-stelligen FIN. Die Datenbank umfasst außerdem nicht alle Maßnahmen der Hersteller, ein fehlender Treffer ist also kein Freibrief. Die Durchführung eines Rückrufs ist für den Fahrzeughalter nach dem KBA-Kodex kostenlos, und wer einen überwachten Rückruf dauerhaft ignoriert, riskiert eine Betriebsuntersagung durch die Zulassungsbehörde nach Paragraf 5 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung.
Von Plateop Research
Ob für einen Fahrzeugtyp eine Rückrufaktion läuft, siehst du in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA): Sie ist öffentlich über kba.de erreichbar und enthält Rückrufe im Zuständigkeitsbereich des KBA, sukzessive erfasst seit dem 1. Mai 2004. Du suchst dort nach Hersteller und Modell, seit der Überarbeitung von 2025 auch nach mehreren Modellen gleichzeitig. Was die Datenbank nicht kann: sagen, ob genau dieses eine Auto betroffen ist, denn Fahrgestellnummern sind dort nicht hinterlegt. Das letzte Wort hat deshalb der Hersteller: Seine Hotline oder eine Vertragswerkstatt klärt anhand der 17-stelligen Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), ob an dem Wagen noch eine Maßnahme offen ist. Die Durchführung des Rückrufs selbst ist für den Fahrzeughalter nach dem Kodex des KBA kostenlos.
Gilt für: Deutschland, Rückrufe im Zuständigkeitsbereich des Kraftfahrt-Bundesamtes. Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt (kba.de), direkt eingesehen. Stand: August 2026. Wichtigste Einschränkung: Die Rückrufdatenbank enthält keine Fahrgestellnummern und nicht alle Maßnahmen der Hersteller. Ein Treffer beim Modell heißt nicht, dass dieses Auto betroffen ist, und ein fehlender Treffer heißt nicht, dass es sicher unbetroffen ist.
So suchst du in der KBA-Rückrufdatenbank
Die Datenbank findest du auf kba.de unter Themen, Marktüberwachung, Rückrufe; die Suche selbst läuft als eigene Webanwendung unter kba-online.de. Du wählst Hersteller und Modell und bekommst die erfassten Aktionen mit dem angegebenen Bauzeitraum und ihrem aktuellen Status angezeigt. Mit der 2025 freigeschalteten überarbeiteten Version kannst du nach mehreren Fahrzeugmodellen gleichzeitig suchen, die Anwendung ist für Handys optimiert, und Suchergebnisse lassen sich für eigene Auswertungen als CSV- oder Excel-Datei herunterladen. Rückrufe zu Fahrzeugteilen und Fahrzeugzubehör stehen in einem gesonderten Bereich. Rückrufe veröffentlicht das KBA nach Paragraf 19 Absatz 2 des Marktüberwachungsgesetzes in dieser Datenbank auf seiner Homepage.
Beim Lesen der Treffer gilt der Hinweis des KBA selbst: Auch wenn ein Auto in den angegebenen Bauzeitraum fällt, muss es nicht betroffen sein. Für die Klärung im Einzelfall verweist das Amt auf die angegebene Hotline oder besser auf eine autorisierte Werkstatt des Herstellers.
Was die Datenbank abdeckt und was nicht
Erfasst sind Maßnahmen, bei denen Hersteller für das Anschreiben der Halter die Anschriften über das KBA genutzt haben oder bei denen der Mangel nach den europäischen Produktsicherheitsvorschriften meldepflichtig war. Die Datenbank umfasst damit ausdrücklich nicht alle Maßnahmen der Hersteller, denn nicht bei jeder Rückrufaktion nutzen Hersteller die Halteranschriften des KBA. Ein Modell ohne Treffer kann also trotzdem Gegenstand einer Aktion gewesen sein, die am KBA-Register vorbeilief.
Jeder Eintrag trägt einen Status, dessen Bedeutung das KBA in seinem Kodex zur Durchführung von Rückrufaktionen (Fassung April 2025) erklärt:
| Status | Bedeutung |
|---|---|
| Überwacht | Es liegt ein ernstes Risiko oder eine Vorschriftenabweichung vor; das KBA überwacht den Rückruf und wirkt auf eine maximale Erfüllungsrate hin, bis hin zur Betriebsuntersagung |
| Nicht überwacht | Der Rückruf erfordert keine Nachverfolgung durch das KBA |
| In Untersuchung | Das KBA untersucht noch, ob eine Überwachung nötig und die Abhilfemaßnahme geeignet ist |
| In Vorbereitung | Der Rückruf wird überwacht, die praktische Umsetzung läuft noch an, etwa weil Ersatzteile noch nicht ausreichend verfügbar sind |
Warum Hersteller und Vertragswerkstatt das letzte Wort haben
Der Rückrufdatenbank ist nicht zu entnehmen, ob ein spezifisches Fahrzeug von einem Rückruf betroffen ist, weil dort keine Fahrgestellnummern hinterlegt sind; das schreibt das KBA selbst in seinem Kodex. Die Datenbank beantwortet also die Frage, ob es für diesen Fahrzeugtyp eine erfasste Aktion gibt, nicht die Frage, ob dieses eine Auto dazugehört und ob die Reparatur längst erledigt wurde.
Der Hersteller dagegen arbeitet auf FIN-Ebene: Zum Start einer Rückrufaktion reicht er beim KBA Listen mit den Fahrzeug-Identifizierungsnummern der ursprünglich betroffenen und der derzeit noch offenen Fahrzeuge ein. Eine autorisierte Werkstatt kann darum schnell ermitteln, ob an einem konkreten Wagen noch eine Maßnahme durchgeführt werden muss. Die FIN ist 17-stellig und steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II sowie am Fahrzeug selbst. Lass sie dir vom Verkäufer geben, bevor du zur Besichtigung fährst: Ein Anruf bei der Markenwerkstatt klärt vorab, ob an dem Auto ein offener Rückruf hängt.
Wer die Reparatur bezahlt
Der Kodex des KBA legt für Rückrufaktionen fest: "Der Rückruf ist für den Fahrzeughalter kostenlos", und der verantwortliche Hersteller muss einen kostenlosen Kontaktweg anbieten. Auch das Muster-Halteranschreiben aus dem Kodex sieht eine für den Halter kostenfreie Untersuchung und Mangelbehebung in der Vertragswerkstatt vor. Der ADAC ergänzt die rechtliche Einordnung: Einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf Übernahme der Reparaturkosten gibt es nicht, Hersteller tragen die Kosten aber üblicherweise freiwillig, schon um den Erfolg der Aktion nicht zu gefährden. Für dich als Käufer heißt das: Ein offener Rückruf ist in aller Regel ein Werkstatttermin, kein Kostenrisiko. Er ist trotzdem ein vom Hersteller eingeräumter Mangel, den du vor dem Kauf kennen willst.
Was passiert, wenn ein Rückruf ignoriert wird
Die Teilnahme an einem Rückruf ist nach dem KBA verbindlich. Eine Aktion beginnt mit einem Halteranschreiben an die im Zentralen Fahrzeugregister eingetragenen Halter, das als Produktsicherheitsrückruf erkennbar sein muss. Danach folgen Nachfassaktionen, die auch neu ermittelte Fahrzeuge, Grauimporte und wieder zugelassene Fahrzeuge einschließen, und schließlich ein letztmaliges Anschreiben mit Frist. Nimmt der Halter weiterhin nicht teil, informiert das KBA bei Rückrufen wegen eines ernsten Risikos oder einer Vorschriftenabweichung mit Sicherheits- oder Emissionsbezug die Zulassungsbehörde, die in eigener Zuständigkeit eine Betriebsuntersagung nach Paragraf 5 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung prüft. Derselbe Paragraf sieht auch den milderen Weg vor: Die Zulassungsbehörde kann dem Halter zunächst eine angemessene Frist zur Beseitigung der Mängel setzen.
Für den Gebrauchtwagenkauf ist genau das der Grund zur Sorgfalt: Die Anschreiben gehen an den jeweils eingetragenen Halter. Hat ein Vorbesitzer sie ignoriert, kaufst du ein Auto, das beim Hersteller auf der Liste der noch offenen Fahrzeuge steht, im äußersten Fall mit einer drohenden Betriebsuntersagung im Rücken. Das Muster-Anschreiben bittet Verkäufer zwar, den Brief an den neuen Besitzer weiterzugeben; verlassen kannst du dich darauf nicht.
Was das für dich als Käufer bedeutet
Prüfe Marke und Modell vor der Besichtigung in der Rückrufdatenbank: Das dauert nur wenige Minuten und zeigt dir, ob der Fahrzeugtyp in einer erfassten Aktion auftaucht und mit welchem Status. Gibt es Treffer im passenden Bauzeitraum, lass dir die FIN geben und frag eine Vertragswerkstatt des Herstellers, ob an genau diesem Fahrzeug noch eine Maßnahme offen ist und ob frühere Aktionen erledigt wurden. Verlass dich nicht auf einen fehlenden Treffer, denn die Datenbank umfasst nicht alle Herstellermaßnahmen, und ob ein konkretes Auto betroffen ist, steht dort ohnehin nicht. Ist ein Rückruf offen, plane den Werkstatttermin mit ein; die Maßnahme selbst ist für den Halter kostenlos. Ein Plateop-Bericht bündelt die verfügbaren Daten zu einem konkreten Fahrzeug und sagt dir immer klar, was sich damit prüfen lässt und was nicht; ob für genau diese FIN ein Rückruf offen ist, bestätigt in Deutschland am Ende nur der Hersteller über seine Hotline oder eine Vertragswerkstatt. Prüfe jedes Auto, bevor du kaufst, auf plateop.com.
Quellen
- Kraftfahrt-Bundesamt - Rückrufdatenbank
- Kraftfahrt-Bundesamt - Rückrufe
- Kraftfahrt-Bundesamt - Fragen und Antworten zur Marktüberwachung
- Kraftfahrt-Bundesamt - Kodex zur Durchführung von Rückrufaktionen (PDF, Stand April 2025)
- Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilung 14/2025: KBA schaltet optimierte Rückrufdatenbank frei
- Gesetze im Internet - Paragraf 5 Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV)
- ADAC - Ihre Rechte bei Rückruf und Produkthaftung
- ADAC - FIN: So entschlüsseln Sie die Fahrzeugidentifikationsnummer